Ich möchte euch heute zeigen wie ich meine Kleidung über Kleiderkreisel verkaufe. Bisher hatte ich immer sehr gute Erfolge und habe, obwohl ich vieles sehr günstig verkaufe, einige 100 Euro gemacht (seit meinem letzten Upload gestern bisher 120 Euro). Ich würde mich selber nicht als überdurchschnittlich modisch bezeichnen – sonst wäre ich ja Fashionblogger ;), mein Kleiderschrank birgt vor allem Jeans und die Farben Schwarz, Weiß und Dunkelblau. Da ich keine besonders teuren Stücke habe, sondern hauptsächlich bei H&M, Mango und Zara einkaufe, kann ich die Kleidung natürlich auch zu guten Preisen verkaufen. Ich bin der Meinung, dass Kleiderkreisel nicht die richtige Plattform ist um Designer Artikel unter die Frau zu bringen! Meiner Erfahrung nach sind die wenigsten Kreislerinnen über 25 Jahre alt und haben dementsprechend nicht das nötige Geld um eine gebrauchte Louis Vuitton für 600 Euro zu kaufen.

Ich habe gestern wieder einen ganzen Schub an Kleidung hochgeladen und bin zum ersten Mal mit dem neuen Bezahlsystem in Berührung gekommen. Im Vorfeld gingen dazu ja schon viele Info-Mails rum und Tausende haben im Kleiderkreiselforum dagegen gewettert. Ich bin ehrlich gesagt nicht super begeistert von den Neuerungen aber sie haben auch Vorteile. Viele Kreislerinnen die mich gestern und heute angeschrieben haben wollen lieber auf dem alten Weg kaufen und mir ist das total egal, ich akzeptiere beides. Mein Ziel ist Kleidung zu verkaufen, ob über das neue Bezahlsystem oder nicht!

Aber jetzt geht es endlich los mit meinen Tipps!

1. Auswahl

Bei diesem Schritt bin ich rigoros! Alles was ich nicht mehr trage wird aussortiert. Oft habe ich die Sachen erst vor ein paar Monaten gekauft, aber es hat sich halt herausgestellt, dass ich sie maximal zweimal getragen habe. Warum sollte sich das plötzlich ändern? Oft gibt es Dinge die ich zwar wunderschön finde, in die ich aber nicht mehr reinpasse oder in denen ich mich leider nicht wohlfühle – RAUS DAMIT. Von dem Geld könnt ihr euch doch neue Sachen kaufen ;)
Achtet darauf, dass alles super erhalten ist! Keiner wird euch eingelaufene, mangelhafte oder ausgewaschene Kleidung abkaufen. Spendet diese Sachen lieber, genau wie Basics die ihr für 2 Euro verkaufen wollt (keiner zahlt 1,45 Euro Versand für einen 2 Euro Artikel)!

2. Vorbereitung

Waschen, Bügeln, Entfusseln. Es macht einfach einen besseren Eindruck und abgesehen davon sieht die Kleidung auch besser aus. Dann sortiere ich die Kleidung noch in Reihenfolge wie ich sie tragen werde. Bei Cardigans brauche ich z.B. ein Top oder eine Bluse die darunter getragen wird und bei einem Top oder T-shirt brauche ich das nicht. Also macht es keinen Sinn bei den Fotos abwechselnd Cardigan, Top, Cardigan, T-shirt anzuziehen….dann muss man ja ständig die „Unterkleidung“ wechseln, bei 30 Artikeln kann das ganz schön nervig sein.

Für die Fotos verwende ich einfach mein Handy, das macht den Upload viel einfacher und schneller. Dazu gleich mehr.

3. Hintergrund

Wählt für eure Fotos einen neutralen Hintergrund, z.B. eine weiße Wand. Ich nehme oft ein weißes Laken das ich über die Türe hänge und mit Klammern befestige. Die Kleidung sollte im Vordergrund stehen. Diese Selfies vor dem Spiegel in Mitten eines unordentlichen Kinderzimmers sprechen mich persönlich nicht so an. Überlegt doch mal wie es in einem Onlineshop aussieht – da stehen die Models doch i.d.R. auch vor einem neutralen Hintergrund und die Mode steht im Fokus.

4. Licht

Damit die Kleidung möglichst unverfälscht sichtbar wird, empfehle ich Aufnahmen bei Tageslicht. So kommen die Farben am besten raus und außerdem wirkt die ganze Atmosphäre freundlicher.

5. Basis Outfit

Da auf den Fotos nicht nur der zu verkaufende Artikel zu sehen ist, ist es wichtig, dass ihr ein neutrales Basis Outfit darunter habt. In meinem Fall habe ich geschaut welche Dinge ich verkaufe und dementsprechend eine Hose ausgewählt – einfach Schwarz. Ich hätte natürlich auch meine karierte Pyjamahose anlassen können….aber das sieht halt nicht so gut aus zu einem schwarz-weißen Blümchentop.
Wenn ihr leicht transparente Oberteile verkauft, achtet darauf dass der BH dazu passt und nicht zu sehr auffällt.

6. Pose

Von wilden Posen würde ich abraten. Ich stehe meistens einfach bequem, es ist schon ok wenn es menschlich und nicht nach Schaufensterpuppe aussieht. Dann mache ich ein Bild von Vorne, von Hinten und manchmal noch von der Seite – je nach Kleidungsstück.

7. Accessoires

Ich trage gerne ein bisschen dezenten Schmuck an den Armen, da ich finde dass es ein besseres Bild gibt wie die Kleidung wirken kann. Bei dicken Strickpullis suche ich mir gerne eine Statementkette aus, sie peppt den Pulli etwas auf und hilft evtl. bei der Kaufentscheidung anderer Kreislerinnen. Ein einfacher Strickpulli wirkt vielleicht erstmal langweilig aber wenn man dann zeigt, dass mit einem einzigen Accessoire alles aufgewertet werden kann, verkauft sich der Artikel möglicherweise besser.

8. Hochladen

Für diesen Schritt kann ich euch Dropbox wirklich ans Herz legen! Es ist ein einfacher und kostenloser Cloud-Speicher. Ich nutze es übrigens nicht nur für Kleiderkreisel, sondern auch für meinen Blog oder einfach so im Alltag wenn ich große Datenmengen verschicken möchte. Innerhalb weniger Sekunden lade ich also alle Bilder von meinem Handy zu Dropbox hoch. Den Rest erledige ich am Laptop, da kann man besser und schneller arbeiten.

Auf Kleiderkreisel gehe ich dann auf „Artikel anbieten“ und wenn ich auf „Bilder auswählen“ klicke, habe ich die Möglichkeit etwas von meinem Schreibtisch, meinen Bildern, anderen Ordnern oder eben Dropbox auszuwählen. Ihr könnt also ganz einfach darauf zugreifen und verbraucht keinen Speicherplatz für die ganzen Bilder auf eurem PC.

9. Beschreibung

Bei der Beschreibung schreibe ich gerne ein paar Zeilen. Klar, wenn es ein schwarzes, ungetragenes Basic Top ist, braucht man da keinen Roman schreiben. Aber wenn ihr etwas kauft, was interessiert euch? Um mir als Verkäufer weniger Arbeit zu machen, beantworte ich Ungefragtes. „Fällt das eher größer oder kleiner aus?“, „Kann man das so tragen oder kommt da ein Top drunter?“ und die beliebteste Frage „Tauschst du auch?“ (je nach Artikel auch andere Fragen wie „Fusselt das?“, „Ist das Dunkelblau oder Schwarz?“ etc.) sind da sicher die Klassiker. Indem ich sie gleich in der Beschreibung beantworte, spare ich mir Rückfragen und Zeit!

Und um Zusatzverkäufe zu machen, habe ich immer noch den Satz „Schaut euch auch in meinem Katalog um..“. Er steht einzeln und geht somit nicht im Text unter. Sicher folgt nicht JEDER dieser Aufforderung, aber ich bin sicher, dass es den einen oder anderen doch dazu verleitet. Es macht ja auch Sinn für den Käufer, da er nur einmal Versandkosten zahlt auch wenn er mehrere Artikel nimmt. Außerdem gehe ich meistens auch preislich runter wenn jemand mehrere Sachen kauft.

10. Fragen beantworten

Mal ehrlich, für einen Kleiderkreisel Upload plane ich einen halben Tag ein. Kleidung aussortieren, bügeln, entfusseln, organisieren, Fotos machen, hochladen, beschreiben…..das dauert halt seine Zeit, auch wenn man alles richtig schnell macht. Aber was in meinen Augen noch mehr Zeit beansprucht ist das was danach kommt. Aber genau das ist SO wichtig! Für mich ist es eine Art „Kundenbindung“. Im Prinzip ist das so, ich habe einen Shop mit Kleidung die ich gerne verkaufen möchte. Kauft ihr etwas bei einer Person die ewig nicht antwortet oder nur pampig ist? – Nein! Daher gehe ich auf alle Fragen ein und ich sage euch, das kann manchmal nervig sein aber ich bin noch nie unhöflich geworden und habe mittlerweile (so komisch dass auch klingt) „Stammkundinnen“, sie abonnieren mich und bekommen dann eine Nachricht wenn ich etwas Neues hochlade.

Und auch wenn jemand mal abspringt weil die Maße (die man extra noch kurz vor dem schlafengehen ausgemessen hat) eines stinknormalen Basic Top das jeder im Schrank hat, halt doch nicht passen….freundlich bleiben! Ich schreibe dann gerne „Schade, aber wenn dir die Maße nicht passen verstehe ich das natürlich! :) Melde dich gerne bei mir wenn dir noch etwas anderes aus meinem Katalog zusagt oder du noch Fragen hast! LG“. Warum? Ganz einfach, vielen ist es unangenehm abzusagen wenn der andere sich extra Mühe gibt und z.B. etwas ausmisst oder noch weite Fotos macht, sie sind dann etwas gehemmt den Verkäufer nochmal wegen eines anderen Artikels anzuschreiben (er könnte ja berechtigterweise genervt sein und denken, dass er jetzt wieder Zusatzarbeit leisten muss obwohl am Ende nichts gekauft wird). Daher räume ich das direkt aus dem Weg, bleibe nett und ermögliche mir im Idealfall einen weiteren Verkauf.

11. Lagerung

Ich bewahre meine Artikel in Boxen von Ikea auf. Dort kann ich sie ordentlich gefaltet reinlegen und sie verstauben nicht. In den Phasen wo ich wieder einen ganzen Schwung Kleidung hochlade bewahre ich die Kisten griffbereit auf, so kann ich schnell einen Artikel rausziehen wenn Rückfragen sind oder ein Verkauf stattfindet. Die verkauften Artikel bearbeite ich sofort und schreibe mir Notizen, wieviel Geld muss überwiesen werden, wie hoch ist der Versand, wurde über das Bezahlsystem bezahlt oder nicht? Es hilft mir den Überblick zu behalten :)

Zusatztipp

Und jetzt zum Schluss noch ein kleiner Geheimtipp um eure Verkäufe zu maximieren. Viele liken eure Artikel und haben sie somit in ihrer Favoritenliste, aber sie schreiben euch nicht an oder klicken aus „kaufen“. Ich schreibe diese Leute nach 1-2 Tagen an und schreibe etwas wie „Hey, ich habe gesehen, dass dir meine schwarze Bluse mit den Perlmuttknöpfen gefällt. Was hat dich abgehalten sie anzufragen?:) Ich kann dir preislich gerne noch etwas entgegen kommen. Ich freue mich auf deine Rückmeldung!:)“. Natürlich könntet ihr den Artikel generell auch reduzieren aber es wirkt viel exklusiver wenn ihr eine Person direkt anschreibt und ihr dieses Angebot macht. Bei dieser Methode kommen im Schnitt 50% auf mich zurück und kaufen etwas und selbst wenn die anderen 50% nicht kaufen, bedanken sie sich für das Angebot und sympathisieren mit mir – dadurch kann ich hin und wieder Follower gewinnen.

Das war’s mit meinen Tipps :) Ich denke prinzipiell ist es ganz leicht: bleibt immer nett und höflich, versendet zügig und kommuniziert eure Schritte („Hey, ich habe das Geld heute erhalten und gehe gleich zur Post!LG“, „Die Sendungsnummer für dein Paket lautet XXXX, du kannst es jetzt online verfolgen“), so fühlt sich der andere gut aufgehoben. Achtet darauf, dass die Ware immer so ist wie ihr sie selber auch gerne empfangen möchtet! Dann kommen die positiven Bewertungen von ganz alleine und das schafft natürlich Vertrauen für weitere Kreislerinnen.

Also, ich hoffe ihr könnt das ein oder andere für eure Verkäufe anwenden und maximiert somit euren Gewinn! :)