So! 30 Tage Vegan sind rum und wie sagt man so schön – Alles hat ein Ende nur die Wurst hat zwei. Ich denke unpassender kann man ein „veganes Fazit“ kaum ziehen als mit einer Wurst Metapher…das hat dann ja schonmal super geklappt!
Aber kommen wir zum Eigentlichen – dem Fazit.

Welches Ziel hatte ich?

Ich hatte das Ziel mich besser zu fühlen und mental mehr Leistung bringen zu können. Ich wollte nicht mehr so erschöpft sein nach einem Tag im Büro und auf dem Weg nach Hause mit Kopfschmerzen in der Bahn sitzen. Ich wollte das Gefühl haben auch nach der Arbeit noch unternehmungsfreudig zu sein und hier und da mal mit Freunden auf ein Feierabendbier in die Stadt zu fahren.

Habe ich die Challenge durchgehalten?

Das kommt jetzt darauf an wie streng man sich selber bewertet. Die 30-Tage-Challenge habe ich bereits in der ersten Woche abgebrochen. Der Verzicht auf Weißmehl, normale Nudeln und Reis, Coucous, Bulgur, Säfte und Zucker on top zur veganen Ernährung war mir einfach zu viel und empfand ich für mich auch nicht als sinnvoll, da ich keine Diät machen wollte. Die Vegan-Challenge (so nenne ich es jetzt mal) habe ich aber zu über 90% durchgehalten. Im letzten Monat hatte ich aber ein paar Fehltritte die ich natürlich nicht verheimlichen möchte! In Woche 3 habe ich zum Abschied einer Kollegin ein kleines (wirklich sehr kleines) Stück Kuchen gegessen und zum Abschied eines anderen Kollegen letzte Woche ging es in ein Wirtshaus mit dem angeblich besten Schnitzel in München. Das konnte ich mir dann doch nicht verkneifen weil ich einfach zu neugierig war ob es wirklich gut ist – war es nicht, überhaupt nicht und ich habe es auch sehr bereut, da es mein einziges Mal Fleisch war im letzten Monat. Ansonsten gab es vielleicht 2-3 Mal einen kleinen Schokoriegel…was prinzipiell auch total unnötig war weil ich eigentlich fast nie Schokolade esse. Demnach bin ich trotzdem stolz auf mich, trotz kleiner Aussetzer die Challenge durchgezogen zu haben.

War es schwierig sich vegan zu ernähren?

Nicht unbedingt, zumindest nicht für mich. Ich esse zwar generell gerne Fleisch, aber ich bin keiner von den „Wenn kein Fleisch auf dem Teller ist, ist es keine Mahlzeit“-Menschen. Salat ist für mich nicht einfach nur eine Beilage und ich bin sehr offen für internationale Küchen. Ich tue mich leider etwas schwer mit Sojamilch, Mandelmilch und Sojajoghurt…es schmeckt einfach falsch und ich brauchte immer Zimt um den Geschmack angenehmer zu machen. In Restaurants essen zu gehen finde ich auch nicht so schwer, man findet schon etwas veganes und ansonsten kann man ja einfach sagen „Ich nehme bitte das aber ohne Käse“ oder man sucht sich die Location halt gezielt aus – so entdeckt man auch immer wieder neue Orte. Ich war z.B. dreimal beim Erbil in München! Da bekommt man super leckeren veganen Döner mit Seitan. Oder in der Hamburgerei habe ich einfach den Gemüse Burger genommen – auch super lecker, und und und. In der Großstadt ist das nicht so schwer. Rewe hat auch ein großes Sortiment an veganen Produkten…die Regale stehen voll damit! Und ich bin kein einziges Mal auf Abneigung gestoßen wenn ich jemanden erzählt habe was ich mache. Alle waren total interessiert und wollten mehr wissen. Und nach zwei Wochen ist man schon so drin, das eh alles intuitiv abläuft.

Fühle ich Veränderungen?

Ich denke all meine Ziele auch erreicht zu haben, aber ich kann nicht sagen ob es tatsächlich nur durch die vegane Ernährung kommt. Denn sicher spielen auch andere Faktoren mit rein, wie nette Kollegen, neue Bekanntschaften, ein Job der zwar fordert aber nicht überfordert und ein Hobby das mir einen guten Ausgleich zum restlichen Alltag schafft. Ich möchte den Einfluss der veganen Ernährung aber nicht zu klein reden, sicher hat auch diese zu meinem aktuellen Wohlbefinden beigetragen.
Abgenommen hab ich übrigens nicht, falls das für jemanden von Interesse ist. ;)

Würde ich es nochmal machen bzw. anderen empfehlen?

Klar, testen kann man es! Im schlimmsten Fall hört man halt auf – na und? Ich würde es auch nochmal machen.

Wie geht’s jetzt weiter?

Tja, da bin ich mir gerade noch nicht so sicher. Ich habe mir auf jeden Fall vorgenommen bewusste Vegan-Pausen zu machen von ein bis zwei Wochen. Und momentan bin ich noch gehemmt einfach wieder wie vorher Fleisch zu kaufen und zu essen. Ich möchte Fleisch nicht einfach nur essen weil es halt dazu gehört, sondern weil es für das jeweilige Gericht genussmäßig einfach am besten passt. Es soll richtig gut schmecken und nicht einfach nur ein Stück Fleisch sein, dass für den Geschmack des ganzen Gerichts unerheblich ist. Versteht ihr was ich meine? Ich möchte nicht einfach unnötig Fleisch konsumieren. Und zum Thema Milchprodukte – die esse ich generell nicht so häufig, eher Phasenweise. Von daher wird sich dahingehend wohl nicht so viel ändern.
Ich bin selber sehr gespannt wie es jetzt weitergeht. Aktuell bin ich wie gesagt noch etwas gehemmt mich gleich wieder auf’s Fleisch zu stürzen, das Steak in die Pfanne zu hauen und Wurst zu kaufen. Das einzig nicht vegane was ich mir gekauft habe war eine Packung Gouda – da hatte ich einfach Lust drauf. Und genau so werde ich es jetzt auch fortführen. Ich kaufe und esse einfach wonach mir ist und wenn ich mich danach fühle vegan zu essen, dann tue ich das. Generell werde ich aber versuchen meinen Fleischkonsum zu reduzieren.

Ich hoffe es war interessant für euch mich bei meinen wöchentlichen vegan Updates zu begleiten und ich konnte euch die Umsetzung der veganen Ernährung näher bringen.